Capoeira-Hagen.de e.V.

Samstag, 04. September 2010
Geschichte der Capoeira PDF  | Drucken |
Sonntag, 08. März 2009 um 13:34 Uhr

Zur Entstehung der Capoeira existieren eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Überlieferungen. Die heute am weitest verbreitete Version nimmt an, dass vor ca. 350 Jahren, zu Zeiten der portugiesischen Kolonisation, afrikanische Bantu-Stämme als Sklaven

aus Angola über Lissabon nach Brasilien verschleppt wurden.Die verschleppten Sklaven brachten auch ihre Kultur und somit eine Urform der Capoeira nach Brasilien. Was aber ursprünglich ein ritueller Tanz war, entwickelten dies Sklaven in kurzer Zeit zu einer Selbstverteidigungstechnik. Da sie diese Verteidigungs-Technik jedoch nicht frei erlernen konnten, tarnten sie die Kämpfe als eine Art Tanz. Deswegen wird Capoeira gerne als afro-brasilianischer Kampftanz bezeichnet. Wie bereits oben erwähnt, ist diese Version nur eine von vielen, die heute um die Entstehungsgeschichte der Capoeira kreisen. In Wirklichkeit liegt der Ursprung der Capoeira weiterhin irgendwo im geheimen Dunkeln der Kolonialgeschichte Brasiliens verborgen.


Belegt ist aber, dass sich diese anfänglichen Ereignisse der Capoeira hauptsächlich im brasilianischen Bundesstaat Bahia abspielten. Dort wurden Sklaven als Arbeitskräfte auf den riesigen Zuckerrohrfeldern eingesetzt und ihr Schicksal war von einem harten und armseligen Leben geprägt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Capoeira in Brasilien immer populärer. Dazu wurde Capoeira immer öfter auch von damals rebellierenden Gangs als Spiel- und Kampf-Technik benutzt. Die herrschende Klasse wurde dadurch immer stärker auf Capoeira und vor allem auf ihren rebellischen Charakter aufmerksam. Gegen Ende das 19. Jahrhunderts wurde dann das Ausüben von Capoeira unter schwere Strafe gestellt und blieb in Brasilien bis 1937 offiziell verboten.
Herausragenden und engagierten Capoeiristas wie Mestre-Bimba ist es zu verdanken, daß die Capoeira dann wieder Einzug in die brasilianische Kultur gefunden hat

Heutzutage ist Capoeira ein fester Bestandteil der brasilianischen Kultur. Viele Capoeira-Projekte widmen sich Strassenkindern und sozial benachteiligten Jugendlichen, um ihnen durch Capoeira mehr Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl und somit eine bessere Zukunftsperspektive zu geben.

Dabei spielt die Musik ein wichtiger Bestandteil bei der Capoeira. Das wichtigste Instrument ist die Berimbau, ein Art Musikbogen mit einer einzigen Seite. Die Berimbau wird fast immer von einer "Atabaque" (Trommel) und einem "Pandeiro" (Tambourin) begleitet. Dazu wird geklatscht und gesungen. In den Liedern der Capoeira wird viel von der Geschichte und Tradition überliefert.

Bewegung, Gesang und Musik machen Capoeira. Capoeira ist die Freude am Leben, sich zu bewegen und seinen Körper kennenzulernen und zu beherrschen. Vor allem aber bedeutet Capoeira, das Erlernte und vor allem sich selber und seine Energie im Spiel, in der "Roda" einzubringen.

In einer "Roda" bilden die Capoeiristas einen Kreis, dazu spielt die "Bateria" Musik und gibt das Tempo vor. In der Mitte spielen dann jeweils zwei Capoeiristas gegen- wie auch miteinander.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 08. März 2009 um 13:40 Uhr